Samstag, 12. April 2014

Das Wrack Alma Jane vor Sabang, Philippinen

Abstiegsseil zur Alma Jane

Während meines Urlaubs in Sabang habe ich die Alma Jane zweimal betaucht. Sie ist ein ca. 35m langer Frachter, der 1966 in Japan gebaut wurde und z.B. Reis und Zucker zwischen Manila und Palawan transportiert hat. Sie liegt wenige 100 Meter vor der Küste von Sabang und hat eine maximale Tiefe von 30m und wurde extra zu Tauchzwecken 2003 dort versenkt. Per Boot erreicht man sie von den Cocktail Divers aus in ca. 3 Minuten, taucht am Seil entlang von der Boje abwärts und kann es dann umrunden und die gut zugänglichen Laderäume erkunden.

Zerfallene Aufbauten an Deck

Ein großer Schwarm Fledermausfische

Ein Fledermausfisch - ca. 50 cm lang

Bei unserem ersten Tauchgang dort hatten wir starke Strömung. Schon an der Oberfläche war es sehr anstrengend, überhaupt an das Seil an der Boje zu kommen um sich dann daran mit viel Kraft herunter zu hangeln. Einige unserer Gruppe haben das Seil gar nicht erreicht oder haben auf dem Weg nach unten wegen der heftigen Strömung abgebrochen. Ich habe mich nach und nach runter gehangelt. Unten angekommen musste ich allerdings erst einmal im Strömungsschatten einige Zeit verschnaufen, bevor ich irgend was anschauen konnte - und dann auch nur innerhalb des Wracks. Fotografieren war völlig unmöglich. Das war kein entspannter Tauchgang, den ich auch nicht genießen konnte und der wegen der Anstrengung mit entsprechendem Luftverbrauch auch ziemlich kurz ausfiel. Und starke Strömung ist ja sowieso nicht mein Fall.

Die Alma Jane

Ein Steinfisch

Aber der Tauchplatz sah insgesamt spannend aus und so haben wir beschlossen, an einem anderen Tag mit weniger Strömung wieder zu kommen. Gesagt - getan. Beim zweiten Tauchgang konnte man locker am Seil abtauchen, ganz bequem um die Alma Jane herum tauchen. Sehr beeindruckend fand ich den großen Schwarm an Fledermaus-Fischen, der nach Aussage der Guides wohl sehr standorttreu ist. Ein Besuch der Alma Jane lohnt sich auf jeden Fall.

Der Anker der Alma Jane

Zerfallene Aufbauten

Mittwoch, 9. April 2014

Tauchplätze der Cocktail Divers - Sabang, Philippinen

Bei den Cocktail Divers werden alle Tauchgänge per Boot gemacht. Dabei gibt es ca. 35 verschiedene Tauchplätze, die angefahren werden. Die Fahrtzeit per Boot liegt dabei zwischen 2 Minuten und ca. 20 Minuten. Die ersten Tauchplätze liegen direkt vor Sabang während die entfernteren nach rechts oder links um die Halbinsel führen.

Tauchplatzkarte der Cocktail Divers

Große Auswahl an Tauchplätzen

Die Art der Tauchplätze reicht von großen Sandflächen über Korallenblöcke und Korallengärten bis hin zu kleineren Steilwänden - auch einige kleine Wracks und ein versenktes Trockendock gibt es. Zu der aktuellen Strömungs-Situation an den unterschiedlichen Plätzen holt man sich am besten eine Empfehlung bei den Guides, wobei deren Einschätzung des Öfteren weit von der tatsächlichen Strömung entfernt war. Da ich persönlich nicht so Strömungserfahren bin und auch lieber selbst die Richtung und Geschwindigkeit beim Tauchen bestimme, war mir das bei einigen Tauchgängen eindeutig zu viel Strömung. In einigen Fällen wurden wir nur so über das Riff hinweg gefegt und haben mit viel Mühe hin und wieder mal ein ruhigeres Plätzchen im Strömungsschatten hinter einem Korallenblock gefunden, um mal wieder zu Atem zu kommen. Andere wiederum lieben ja starke Strömung - die hatten natürlich ihren Spaß. Ich dagegen fotografiere beim Tauchen sehr gern. Das ist bei starker Strömung natürlich völlig unmöglich.

Sandflächen direkt vor Sabang Beach

"Blumen" unter Wasser

Kleines Wrack direkt vor Sabang Beach

Was man beim Tauchen um die Halbinsel herum auch lieben muss, ist der "Kleinkram". Es gibt viel kleines, wie z.B. Nacktschnecken, aber wenig großes. Es kommt vor, dass ein Guide beim Tauchen mal eine Lupe herausholt, um z.B. ein Mini-Seepferdchen zu zeigen. Beim Fotografieren bewegt man sich da oft im Makro-Bereich. Besonders da stößt man bei der oft vorherrschenden Strömung oft an Grenzen.

Guide auf der Suche nach "Kleinkram"



Ich war zum ersten Mal zum Tauchen Sabang. Aber Tauch-Kollegen, die schon seit mehreren Jahren Tauchurlaub bei den Cocktail Divers machen, haben mir berichtet, dass sich die Unterwasserwelt in den letzten Jahren stark verändert hat. Es wären dort deutlich weniger Fische & Co. zu finden als in den vergangenen Jahren und auch der Korallenbestand hätte gelitten. Der Tauchtourismus ist dort allerdings auch sehr stark ausgeprägt - an der Küstenlinie findet man Tauchbasis an Tauchbasis. Und wir sind sehr vielen Tauchern begegnet, die sich unter Wasser wie die Axt im Walde benommen haben und das Wort Tarierung wohl noch nie gehört haben. Das ist wirklich unglaublich und sehr sehr schade.

Tauchplatz Hole in the wall

Schöne Korallen direkt hinter dem Hole in the Wall

Insgesamt gibt es aber einiges zu sehen und auch sehr unterschiedliche Tauchplätze. Mir persönlich haben die Tauchplätze Sabang Wall, Boulders, West Escarceo, das Wrack Alma Jane und das Dry Dock gefallen - zumindest bei wenig Strömung ;o). Ich mag es, wenn man in Ruhe die vielfältigen Korallen oder auch Wracks auf schöne Fotomotive durchstöbern kann. Sandflächen dagegen finde ich relativ langweilig, auch, wenn es da oft viel Kleingetier zu entdecken gibt. Ich habe für mich bei diesem Tauchurlaub herausgefunden, dass ich doch lieber die mittleren und großen Lebewesen anschauen mag :o).

Boulders - ein schöner Tauchplatz

Dienstag, 1. April 2014

Tauchbasis Cocktail Divers in Sabang, Philippinen

Rödelbänke und viel Platz für die nassen Anzüge

Die Tauchbasis Cocktail Divers ist gut ausgestattet. Es gibt ausreichen Platz und Bügel für die Tauchanzüge, verschiedene große Becken für das Reinigen der Ausrüstung, Duschen, viele Anrödelbänke, eine gute und schnelle Füllstation und einen großen Hof, auf dem man sein Jacket inkl. Flasche zwischen den Tauchgängen oder auch über Nacht ablegen kann. Zusätzlich bekommt man teilweise allein oder teilweise auch zu zweit einen offenen Spint für die gesamte Aufenthaltszeit zugeteilt, in dem man sein Equipment lagern kann. Der Raum mit den Spinten wird über Nacht abgeschlossen. Wichtige Dinge wie Computer oder Kameras haben wir nach den Tauchgängen allerdings immer mit in den Bungalow genommen.

Tauchbasis ohne Platzprobleme

Große Becken zum Spülen der Ausrüstung

Vorbereitungen vor dem Tauchgang

An einer Wand gibt es eine Tauchplatzübersicht von Sabang und von Highlight-Plätzen oder Tauch-Ausflugszielen auch Tauchplatzkarten.

Tauchplatz-Übersicht

Dive Guides

Flaschen mit normaler Luft kann man sich nach Belieben selbst nehmen, während man Nitrox-Flaschen nach Prüfung und Unterschrift ausgehändigt bekommt. Normale Luft ist im Tauchpaket enthalten, während man Nitrox extra bezahlen muss.

Gut gepflegter Kompressorraum

Am ersten Tag haben wir in der Tauchbasis eingecheckt, unser Blei bekommen und, wer das bestellt hatte, seine Leihausrüstung. Dann haben wir unser Equipment untergebracht und unseren Checkdive gemacht. Wer schon einmal dort war, brauchte keinen Checkdive mehr zu machen. Täglich am späten Nachmittag sind in der Tauchbasis die Tauchgänge für den nächsten Tag angeschlagen. Man kann sich dann in die darunter aushängenden Listen für die einzelnen Tauchziele eintragen.

Briefing vor jedem Tauchgang

Sämtliche Tauchgänge werden per Boot gemacht, es sei denn, man taucht auf eigene Faust im Hafenbecken von Sabang. Je nach Tauchplatz um Sabang herum dauert die Fahrtzeit zwischen 2 Minuten und ca. 20 Minuten. In jedes Boot gehen maximal 10 Taucher. Es gibt täglich Tauchgänge am Vormittag, am Mittag und am Nachmittag. An den Tagen mit der größten Auslastung waren während unseres Aufenthaltes bis zu 5 Boote parallel im Einsatz, so dass eine ordentliche Auswahl an Tauchmöglichkeiten pro Tag zusammen kam. Die Ausfahrt der Boote war im 10-Minuten-Takt versetzt, so dass es eigentlich immer übersichtlich blieb - ohne Gedränge.


Boote mit Platz für bis zu 10 Personen

Wenn größere Gruppen, wie wir, im Resort sind, haben diese die Möglichkeit, Boote exklusiv nur für die jeweilige Gruppe zu bekommen. Wir konnten die Tauchplätze dabei frei wählen, haben uns aber meist im Vorfeld Infos zu den zu erwartenden Strömungsverhältnissen zu den Tauchzeiten von den Guides eingeholt. Zusätzlich zu den 3 Tauchgängen am Tag, die im Tauchpaket enthalten sind, wird immer auch noch ein Nachttauchgang angeboten, der separat bezahlt werden muss. Darüber hinaus bieten die Cocktail Divers auch Ausflüge zu entfernten Tauchzielen an, die bis zu mehreren Tagen dauern können.

Tauchurlaub bei den Cocktail Divers auf den Philippinen

Tauchbasis Cocktail Divers im Garden of Eden Resort

Kurze Wege: Tauchboote direkt vor dem Resort-Eingang

Ende Februar 2014 haben wir uns mit einer Gruppe von 10 Tauchern vom Tauchteam Wasserfest auf die 30-stündige Reise nach Sabang Beach auf den Philippinen gemacht. Die Anreise war mit Umsteigen in Amsterdam und Taipeh sowie einer anschließenden Busfahrt von Manila nach Batangas und dem Übersetzen von dort aus per Banka (typisches philippinisches Auslegerboot aus Holz) auf die Insel Mindoro mit all unserem Tauchgepäck recht knackig. Der Transfer von Manila bis nach Sabang Beach wurde vom Tauchresort organisiert und hat gut geklappt. Von Manila bis Batangas sind es ca. 1,5 bis 2 Stunden Fahrzeit per Bus - je nach Verkehr. Die anschließende Banka-Fahrt dauert dann nochmal ca. 1,5 Stunden. So eine Banka-Fahrt mitten in der Nacht ist schon recht ungewohnt, denn die Boote sind nicht beleuchtet. Das einzige Licht kam von einem Crew-Mitglied, das lediglich hin und wieder mal am Bug mit einer Taschenlampe vor das Boot leuchtete und dem Kapitän Hinweise gab. Wir sind gegen 1 Uhr in der Nacht im Resort angekommen und dann auch bald alle müde ins Bett gefallen.

Eingang zum Garden of Eden Resort mit der Tauchbasis

Ausblick vom Restaurant aufs Wasser

Das Tauchresort Garden of Eden ist eine kleine gut gepflegte und sehr grüne Anlage mit kleinen Bungalows, einem kleinen Pool mit Sonnenliegen, einem Bürogebäude mit Rezeption im Freien, einem Restaurant mit Bar - ebenfalls im Freien - sowie der Tauchbasis Cocktail Divers, die mit in das Resort integriert ist und dazu gehört. Es liegt direkt am Hafen von Sabang und dahinter befindet sich gleich der Urwald.

Wohnen in Bungalows - dahinter direkt der Urwald

Pool im Garden of Eden

Restaurant und Bar im Garden of Eden

Donnerstag, 27. März 2014

Mein Fazit von unserer ersten Tauchsafari

Das war ja nun unsere erste Tauchsafari. Wir haben uns im Vorfeld Gedanken gemacht, wie das Tauchen sein wird, ob es langweilig sein könnte, eine ganze Woche auf einem kleinen Schiff zu sein, ob man es mit so vielen Leuten auf kleinstem Raum gut klar kommt und ob wir Seekrank werden.



Aus meiner Sicht gab es folgende Vorteile:
  • Eine Tauchsafari ist Tauchen pur - mehr Tauchen geht nicht pro Tag (vom Early Morning bis zum Nachttauchgang)
  • Man erreicht per Safari-Schiff abgelegene Tauchplätze, die man mit Tagesbooten nicht erreichen kann - z.B. die wirklich lohnenswerte SS Turkia in unserem Fall
  • Dadurch, dass man praktisch keine Wege hat (kaum Schleppen der Ausrüstung) und die Crew sehr hilfsbereit ist, ist das Tauchen äußerst komfortabel
  • Man hat bequeme Oberflächenzeiten, weil man wegen der immer fertig zusammengebauten Ausrüstung kaum Vor- oder Nachbereitungszeiten für die Tauchgänge hat. Die Flasche bleibt immer am Jacket.
  • Wenn der Kapitän gut ist, kann er es steuern, dass man nicht zu sehr in die Taucher-Massen an den Highlight-Tauchspots gerät (z.B. Early Morning oder Tauchgang am Nachmittag, wenn die Tagesboote schon wieder weg sind)
  • Das Preis-Leitungs-Verhältnis erscheint mir bei Tauchsafaris sehr gut im Gegensatz zum Tauchen von Land aus.


Folgende Punkten sollte man bei einer Tauchsafari berücksichtigen:
  • Die Guides und Briefings müssen gut sein, damit man wirklich an den guten Tauchplätzen landet und die Highlights der Tauchspots erklärt bekommt - egal ob man mit Guide taucht oder nach dem Briefing auf eigene Faust loszieht
  • Bei den Mittauchern muss man Glück haben auf so kleinem Raum. In unserem Fall hatten wir einen Vollcharter, was perfekt war. Dadurch hatten wir einen sehr netten Mix an Leuten, die wir kannten.
  • Es ist wichtig, dass das Schiff vernünftige Sicherheits-Ausstattung an Bord hat, wie z.B. Notfall-Sauerstoff, Ortungssysteme wie ENOS o.ä.
  • Möglichkeit von Seekrankheit

Alles in allem hat uns unsere erste Tauchsafari sehr viel Spaß gemacht und vor allem: Lust auf mehr. Die Tauchplätze waren toll - ein schöner Mix aus Wracks und Riffen. Das Essen auf der Seawolf Soul war hervorragend - wenn man da nicht zunehmen will, hilft nur tauchen, tauchen, tauchen... Die Kabinen waren zweckmäßig eingerichtet und sehr sauber. Das ganze Schiff wurde von der Crew immer sehr gut sauber gehalten. Insgesamt war die Crew inkl. Guides sehr nett und hilfsbereit.


Es gab nur zwei Punkte mit Optimierungsbedarf:
  1. Die Nitrox-Anlage war defekt, so dass wir mit normaler Luft tauchen mussten.
  2. Die Guides könnten insgesamt ein klein wenig engagierter sein - aber es war noch im Rahmen.
Insgesamt war es eine sehr schöne, entspannte und erholsame Woche für uns mit vielen tollen Tauch-Erlebnissen.

Wir waren unterwegs mit der Seawolf Soul im Roten Meer, Ägypten, im November 2013 und haben die Nord-Tour inkl. Wracks und der SS Turkia gemacht.

Seiten